Silber gehört zu den häufigsten Funden auf Flohmärkten und Antiquitätenmärkten – Bestecksets, Schmuck, Kannen, Schalen und Kerzenständer bewegen sich in großen Mengen auf dem Second-Hand-Markt. Das Problem ist, dass versilberte Metalllegierungen und plattierte Gegenstände mit bloßem Auge schwer von echtem Silber zu unterscheiden sind. Hier sind drei Tests, die du direkt vor Ort machen kannst.
Der Stempel – fang immer hier an
Der wichtigste und schnellste Test besteht darin, den Stempel zu finden. Alles echte Silber, das in Schweden und den meisten europäischen Ländern hergestellt wurde, ist mit dem Silbergehalt in Tausendsteln gestempelt:
925 = Sterlingsilber (92,5 % Silber) – der häufigste Gehalt für Schmuck und neuere Bestecksets. 830 = älterer nordischer Standard, üblich in schwedischen Bestecksets aus dem frühen 20. Jahrhundert. 800 = niedrigerer Gehalt, üblich bei älterem kontinentaleuropäischem Silber. 999 = Feinsilber, fast rein, selten bei Gebrauchsgegenständen.
Auf schwedischen Silbergegenständen findest du oft ein Stadtgarantiezeichen (das Kronensymbol), einen Meisterstempel mit den Initialen des Herstellers und einen Jahresstempel in Form eines Buchstabens. Diese drei Stempel zusammen sind ein sehr starker Echtheitsbeweis.
Der Stempel sitzt üblicherweise an einer unauffälligen Stelle – innen an einem Ring, am Stiel eines Löffels, auf der Unterseite einer Schale. Nimm eine Taschenlampe mit.
Magnettest – schnell und zuverlässig
Silber ist nicht magnetisch. Halte einen starken Magneten (ein Neodym-Magnet funktioniert am besten) an den Gegenstand. Wird der Gegenstand kräftig zum Magneten gezogen, ist es kein Silber – wahrscheinlich Eisen, Nickel oder eine unedle Legierung. Gegenstände, die gar nicht auf den Magneten reagieren, können Silber sein, aber das beweist das Silber nicht – es schließt nur Eisen und Nickel aus.
Ein Löffel oder eine Kanne aus Neusilber (Alpacca) reagiert ebenfalls nicht auf den Magneten, enthält aber überhaupt kein Silber. Der Magnettest wird immer mit der Stempelkontrolle kombiniert.
Loppos-Tipp
Sei vorsichtig mit Säuretests vor Ort — sie beschädigen den Gegenstand. Fotografiere die Stempel und lass sie stattdessen von Loppos Scan deuten.
Der Bleichmittel-Test – Silber reagiert schnell
Ein Tropfen normales Bleichmittel (Natriumhypochlorit) auf dem Gegenstand erzeugt eine schnelle Reaktion, wenn es sich um echtes Silber handelt: Die Oberfläche oxidiert und verdunkelt sich sofort. Silbergegenstände werden im Kontakt mit Bleichmittel schwarz – das ist ein natürliches chemisches Verhalten von Silber.
Plattierte Gegenstände reagieren manchmal genauso auf der Plattierungsschicht, aber unregelmäßig. Eine durchgenutzte Plattierung ergibt in der darunterliegenden Bodenschicht eine andere Reaktion. Nimm Bleichmittel in einer kleinen Plastikflasche mit. Teste immer an einer unauffälligen Stelle – einer Vertiefung unter dem Fuß oder einem unsichtbaren Punkt auf der Unterseite.
Säuretest – für den Gründlichen
Ein Säuretest für Silber (Salpetersäure oder spezielle Silberprüfsätze, die in Juweliergeschäften 100–200 Kronen kosten) ergibt eine Farbreaktion je nach Silbergehalt. Hellrot = reines Silber. Dunkleres Rot = 925er-Sterling. Braun = 800er-Silber. Grün = 500er-Silber oder niedriger. Gelb/keine Reaktion = kein Silber.
Der Säuretest ist invasiv – er hinterlässt eine kleine Spur – und wird meist nur von jemandem gemacht, der ernsthaft an einem bestimmten Gegenstand interessiert ist.
Was ist das Silber wert?
Das Preisschild für Silber auf dem Flohmarkt richtet sich nach Gewicht und Design. Der reine Silbergehalt (Schmelzwert) lässt sich aus dem aktuellen Silberpreis, multipliziert mit dem Gewicht in Gramm und dem Silbergehalt, berechnen. Ein Besteckset aus 830er-Silber von 1 kg enthält ca. 830 Gramm reines Silber – wert etwa 300–400 Kronen im Metallwert 2026.
Der Antiquitätenwert kann weit höher liegen: Ein Besteckset von Wiwen Nilsson, Georg Jensen oder GAB mit deutlicher Signatur kann auf einer Auktion das Zehnfache des Metallwerts erzielen.




