Ratgeber · 7 Min. Lesezeit

Porzellan bewerten — Marken, die du im Blick behalten solltest

Der Bodenstempel verrät Fabrik, Epoche und manchmal das genaue Herstellungsjahr. Ein Überblick über die Marken, die jeder Sammler erkennen können sollte.

Blühend dekoriertes Porzellanservice

Das Geheimnis des Porzellans liegt auf der Unterseite. Der Bodenstempel kann Hersteller, Fabrik, Epoche und manchmal sogar das genaue Jahr verraten. Marken lesen zu lernen ist die mit Abstand wertvollste Fertigkeit, die sich ein Porzellansammler aneignen kann.

Beginne mit dem Bodenstempel

Dreh das Objekt um und studiere die Marke genau. Achte auf drei Dinge: Ist sie in die Masse eingeprägt, unter der Glasur oder darüber? Unterglasurmarken sind generell älter und schwerer zu fälschen. Farbe, Schriftart und eventuelle Zahlen sind allesamt Hinweise auf die Epoche.

Schwedische Marken zum Erkennen

  • Gustavsberg — der Anker ist der Klassiker. Ausführung und Zusätze wechseln mit Epoche und Gestalter.
  • Rörstrand — eine der ältesten Fabriken Europas; der Stempel hat sich seit dem 18. Jahrhundert vielfach verändert.
  • Höganäs — bekannt für salzglasiertes Steinzeug in erdigen Tönen.

Internationale Klassiker

  • Meissen — die gekreuzten Schwerter in Blau sind einer der am häufigsten kopierten Stempel der Welt, prüf also die Qualität genau.
  • Royal Copenhagen — drei Wellen für Dänemarks Sunde; gemalte Striche unter der Marke datieren das Stück.
  • Wedgwood — oft eingeprägter Name, manchmal mit einem Datumssystem aus Buchstaben.

Der Zustand entscheidet über den Endwert

Eine perfekte Marke rettet kein beschädigtes Objekt. Fahr mit dem Finger an den Kanten entlang und fühl nach Absplitterungen, halt das Stück gegen das Licht, um Haarrisse zu entdecken, und leuchte ruhig mit einer Lampe — Klebestellen leuchten oft anders auf. Krakelee, also feine Risse in der Glasur, senkt den Wert, gehört aber manchmal zum Alter dazu.

Eine schöne Marke auf einem gesprungenen Stück bleibt ein gesprungenes Stück — wäge immer den Stempel gegen den Zustand ab.

Loppos-Tipp

Stempel können abgenutzt und schwer lesbar sein. Fotografiere den Boden im schrägen Licht und lass Loppos Scan die Marke deuten — du bekommst Vorschläge zu Fabrik und Epoche plus Beispiele dafür, wofür ähnliche Stücke verkauft wurden.

Mit etwas Übung liest du einen Bodenstempel so schnell wie einen Buchtitel. Und wenn du das tust, verwandelt sich jedes Flohmarktregal in ein kleines Archiv aus Geschichten, die darauf warten, entdeckt zu werden.

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