Produktguide · 6 Min. Lesezeit

Gustavsberg-Porzellan – Geschichte und was es wert ist

Von Lisa Larson bis Stig Lindberg — Gustavsbergs sammelwürdigste Serien und was sie heute auf dem Markt erzielen.

Dekoratives nordisches Porzellan im Regal

Gustavsberg-Porzellan ist eine der begehrtesten Keramikmarken Schwedens auf dem Sammlermarkt, und das aus gutem Grund. Die Fabrik wurde 1825 außerhalb von Stockholm gegründet und beherbergte in ihrer Blütezeit Gestalter wie Wilhelm Kåge, Stig Lindberg und Lisa Larson – Namen, die in der Designwelt so bekannt sind wie Arne Jacobsen und Alvar Aalto. Dieser Ratgeber hilft dir zu verstehen, was du in der Hand hältst, wenn du das nächste Mal einen Gustavsberg-Stempel auf dem Flohmarkt findest.

Eine kurze Geschichte

Die Porzellanfabrik Gustavsberg wurde 1825 mit dem Ziel gegründet, den Bedarf an Qualitätsporzellan in Schweden zu decken. Die künstlerische Blütezeit begann, als Wilhelm Kåge 1917 als künstlerischer Leiter angestellt wurde – er brachte eine nordische Schlichtheit und ein soziales Pathos in die Porzellanherstellung.

Kåges Nachfolger Stig Lindberg übernahm 1937 und blieb bis 1982. Unter ihm erreichte Gustavsberg ein international anerkanntes Niveau mit Serien wie Berså (1960), Spisa Ribb und seinen verspielten Keramikskulpturen. Lisa Larson stieß 1954 dazu und schuf ihre beliebten Tier- und Personenfiguren, die heute weltweit heiß begehrt sind.

Die Fabrik stellte ihre Keramikproduktion 1993 ein, was alle Originalstücke zu echten Vintage-Objekten macht.

Stempel und wie du sie liest

Unter dem Gegenstand findest du Gustavsbergs Stempel – üblicherweise ein Anker (aus dem 19. Jahrhundert) oder ein G im Kreis mit dem Text "Gustavsberg Sweden". Das Aussehen des Stempels veränderte sich über die Jahre, und es gibt auf signaturer.se ausführliche Stempelführer, mit denen sich ein Gegenstand genau datieren lässt.

Neben dem Fabrikstempel kannst du die Initialen des Gestalters finden: SL für Stig Lindberg, LL für Lisa Larson, WK für Wilhelm Kåge. Eine deutliche Gestaltersignatur ist der wichtigste Faktor für den Sammlerwert.

Loppos-Tipp

Vergleiche immer mit abgeschlossenen Auktionen statt mit Aufrufpreisen — es sind die Endpreise, die das tatsächliche Marktniveau zeigen.

Die sammelwürdigsten Serien

Berså (Stig Lindberg, 1960) ist eines der wiedererkennbarsten Porzellanmuster Schwedens – weiße Tassen mit grünen Blättern in einem stilisierten Muster. Ein komplettes Kaffeeservice in gutem Zustand kann für 3.000–8.000 Kronen gehandelt werden.

Lisa Larsons Figuren sind die wirklich heißen Sammlerobjekte. Die ABC-Mädchen (1958) sind ihr Durchbruch, und ältere Exemplare mit deutlicher LL-Signatur am Boden werden auf Tradera und bei Bukowskis regelmäßig für 500–3.000 Kronen pro Stück gehandelt, je nach Modell. Ihre Katzen, Hunde und Löwen aus Keramik sind weltweit begehrt.

Wilhelm Kåges Argenta – grünes Steingut mit Silberdekor – ist eine der feineren Gustavsberg-Serien mit einer Preisspanne von 2.000–15.000 Kronen für signierte Werke.

Spisa Ribb (Stig Lindberg, 1955) mit seiner charakteristischen Rillenstruktur ist der Gebrauchsklassiker – beliebt auf dem Flohmarkt und vernünftig bewertet, 200–800 Kronen für einzelne Teller.

Worauf solltest du auf dem Flohmarkt achten?

Dreh den Gegenstand immer um. Kontrolliere, dass der Stempel deutlich und intakt ist – ein verschwommener oder ungewöhnlicher Stempel kann auf eine Kopie oder eine Neuproduktion hindeuten. Achte auf Risse, Reparaturen und neu aufgetragene Glasur. Für Lisa Larsons Figuren gilt: Die LL-Signatur am Boden sollte handgemacht und ein wenig unregelmäßig sein – gedruckter Text ist ein Warnzeichen für neuere Reproduktionen.

Der Zustand ist entscheidend: eine Macke in der Glasur kann den Wert halbieren, ein Riss kann den Gegenstand sammlerisch wertlos machen.

Was zahlt der Sammlermarkt?

Einzelne Teller in Berså: 50–200 kr. Komplettes Berså-Service, 12 Personen: 5.000–12.000 kr. Lisa-Larson-Figur, gängiges Modell: 300–1.500 kr. Lisa Larson ABC-Mädchen Original: 1.000–4.000 kr. Wilhelm Kåge Argenta, Vase: 3.000–15.000 kr. Unbekanntes Muster ohne Gestaltersignatur: 50–300 kr.

Zurück zu allen Ratgebern

Weitere Ratgeber